08. Oktober 2018

FEV präsentiert innovative Mobilitätslösungen auf dem Aachener Kolloquium für Fahrzeug- und Motorentechnik

Aachen, Oktober 2018 – Auf dem diesjährigen Aachener Kolloquium für Fahrzeug- und Motorentechnik (ACK) präsentiert der internationale Entwicklungsdienstleister FEV Lösungen für die Mobilität von morgen. Als Beispiel für seine Kompetenz in der Gesamtfahrzeugentwicklung steht dabei mit SVEN ein Fahrzeug im Fokus, das auf die Bedürfnisse des urbanen Carsharings ausgelegt ist. Rein elektrisch angetrieben, mit seinen kompakten Maßen und der intuitiven Bedienung soll SVEN eine breite Zielgruppe ansprechen.

Die 27. Auflage des ACK, als inzwischen größtem europäischen Kongress im Bereich Fahrzeug- und Motorentechnik, findet vom
8.–10. Oktober in Aachen statt. FEV, mit Stammsitz in Aachen, wird neben diversen Beiträgen beim Vortragsprogramm auch auf der begleitenden Fachausstellung vertreten sein.

Urbanes Mobilitätskonzept SVEN
Mit der wachsenden Urbanisierung gehen Staus, Luftverschmutzung und Mangel an Parkmöglichkeiten einher. Das Fahrzeug und Mobilitätskonzept SVEN beruht auf einer Forschungskooperation der FH Aachen, share2drive und FEV. Es soll als emissionsfreie, rein elektrische betriebene Carsharing-Lösung die Lücke zwischen Individual- und öffentlichem Personennahverkehr schließen. 

Dabei weist der Dreisitzer SVEN mit 2,5 m Länge extrem kompakte Maße auf, was ihm die Möglichkeit des Querparkens ermöglicht und er somit in praktisch jede Parklücke passt. Gleichzeitig erfüllt das Fahrzeug durch den eingesetzten Flexbody höchste Sicherheitsanforderungen im Falle eines Crashs. Auch bei seiner Bedienung wurde Wert auf Einfachheit gelegt: gerade einmal acht Knöpfe sind für die intuitive Nutzung des Fahrzeugs nötig. Für die Nutzer wird es darüber hinaus einen hohen Grad an Personalisierungsmöglichkeiten geben. Und mithilfe eines MLA-Projektors, wie ihn ein Designmodell von SVEN am FEV Stand demonstrieren wird, können zudem Informationen auf den Boden projiziert werden – beispielsweise der aktuelle Ladestand des Fahrzeugs. 

„Mit SVEN möchten wir unsere Kompetenz in der Gesamtfahrzeugentwicklung demonstrieren und bringen sie hierbei in den unterschiedlichsten Bereichen wie Karosserie, Interieur, Fahrwerk und Antrieb ein. Von der Konzeption über die Simulation bis hin zur Serienreife können wir dabei unsere Kunden umfassend bei allen relevanten Aspekten unterstützen“,  so Professor Stefan Pischinger, President & CEO der FEV Group. Erst im Juni dieses Jahres wurde das Leistungsspektrum von FEV durch den Erwerb des Fahrzeugentwicklers B&W bei der Gesamtfahrzeugentwicklung zusätzlich gestärkt. 

Moderne Antriebslösungen
Mit einem im Kundenauftrag entstandenen 1-Liter, 3-Zylinder Otto-DI-Motor präsentiert FEV auf dem ACK darüber hinaus den „HONDA 1.0l VTEC Turbo“ als Produkt einer erfolgreichen Serienentwicklung. Durch die Kooperation mit HONDA R&D Co. Ltd. konnte FEV seine Serienkompetenz vom Konzept bis zur Serienfreigabe unter Beweis stellen, wobei alle strengen HONDA-Anforderungen erfüllt und erfolgreich im aktuellen HONDA CIVIC realisiert werden konnten. 

Der neue 1-Liter Otto-Motor folgt dem Downsizing-Gedanken, was zu einer Verkleinerung des Motors bei gleichzeitiger Effizienzsteigerung führt. Das Ergebnis ist ein leistungsstarker und gleichzeitig sehr sparsamer Benzinmotor mit einem maximalen Drehmoment von 200 Nm, welcher den heutigen strengen Anforderungen an Emissionen der Zielmärkte in China und Europa gerecht wird. 

E-Antriebe für unterschiedliche Anwendungen
Sowohl für rein elektrische Fahrzeuge als auch für Plug-In-Hybridfahrzeuge wachsen die Forderungen nach mehr Fahrleistung bei Steigerung der Reichweite. Diese Vorgaben standen bei der Entwicklung eines Baukastens für elektrische Antriebseinheiten von FEV im Vordergrund. Die Elektromaschine ist dabei achsparallel angeordnet, wodurch es viele Freiheitsgrade in Bezug auf die Übersetzungswahl gibt. Die Spitzenvariante stellt eine voll lastschaltfähige Zweigang-Antriebseinheit dar, die auf einem Planetenradsatz mit zwei Bremsen basiert und ein maximales Elektromaschinendrehmoment von bis zu 600 Nm abdeckt. Das Zweigang-System sorgt dabei für einen besonders effizienten Betrieb, der sich in einer größeren Reichweite besonders bei höheren Fahrzeuggeschwindigkeiten niederschlägt. Außerdem unterstützt die Zweigang-Variante sowohl Rekuperation als auch eine Neutralstellung für Segelbetrieb. Der Baukasten ist einfach skaliertbar und bietet damit hohe Flexibilität für unterschiedliche Fahrzeuge und individuelle Kundenanforderungen.

Darüber hinaus präsentiert FEV auf dem ACK beispielhaft eine 48 V-Achse, die neue Anwendungsmöglichkeiten für die derzeit hauptsächlich in PKW genutzte 48 V-Technologie schafft. Konzipiert wurde die Achse für die Anwendung in leichten kommunalen Nutzfahrzeugen wie beispielsweise Kehrmaschinen oder kleinen Muldenkippern, um deren Emissionen in der Stadt auf Null zu senken. Das Konzept von FEV ist dabei auf die Verwendung von am Markt erhältlichen Komponenten ausgelegt, um eine möglichst kostengünstige und schnell verfügbare Lösung anbieten zu können. Zudem ist die Achse konfigurierbar, beispielsweise mit ein oder zwei Elektromaschinen,  unterschiedlichen Übersetzungsverhältnissen und wahlweise auch mit Radbremsen. Der in die Elektromaschine integrierte Umrichter erfüllt ASIL B. Insgesamt liefert die Einheit (mit zwei Elektromaschinen) ein maximales Achsdrehmoment von 1.500 Nm. 

Komfortabel und effizient: 7-Gang Doppelkupplungsgetriebe von FEV
Das von FEV entwickelte 7DCT330 ist ein modernes 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe für den Quereinbau. Es erfüllt höchste Anforderungen an Schaltqualität und Effizienz bei gleichzeitig geringem Gewicht und ist flexibel für eine Vielzahl von Verbrennungsmotoren und Fahrzeugplattformen einsetzbar. Bei der Entwicklung wurde Wert auf größtmögliche Modularität gelegt, so dass die ebenfalls verfügbare Hybridvariante auf derselben Fertigungslinie wie das konventionelle Getriebe montiert werden kann.

Motor aus dem Drucker
Außerdem präsentiert FEV am Stand Möglichkeiten, die sich aus der 3D-Druck-Technologie von Zylinderköpfen ergeben. Hierbei ist eine werkzeuglose Fertigung möglich, was die Fertigungszeit stark beschleunigen kann. Die Technologie hält aber noch weitere Vorteile bereit, beispielsweise eine hohe Flexibilität, durch die auch Designänderungen unkompliziert im Fertigungsprozess berücksichtigt werden können. FEV bietet hierbei sein Know-how und die vollständige Steuerung des Produktionsprozesses inklusive abschließender Motorprüfung an.

Zeitersparnis durch virtuelle Kalibrierung 
Die Virtual Calibration Platform vCAP ist eine hocheffiziente, simulationsbasierte Kalibrierplattform, die einen signifikanten Anteil von bis zu 50% der anspruchsvollen ECU-Kalibrierung nach den Vorgaben von WLTC, WHTC und RDE auf virtuelle XiL-Prüfstände verlagert. Dadurch kann die Anzahl an realen Tests hinsichtlich Motor und Fahrzeug bei unterschiedlichsten Bedingungen wie Temperatur oder Höhe reduziert und so die Entwicklungszeit entscheidend verkürzt werden. Der besondere Vorteil von vCAP ist die spezielle Kooperationsumgebung, die den Test-Teams das Teilen und Bearbeiten der gleichen Modelle, Instrumente und variablen Konfigurationen ermöglicht. Die Modellgenauigkeit bleibt dabei von der MiL-Phase bis zur Validierung am Prüfstand identisch. Anwendungsgebiete von vCAP sind unter anderem die teilweise und Volllastkalibrierung unter normalen und Extrembedingungen (RDE), Nachbehandlungskalibrierung, OBD-Kalibrierung, ECU-Software oder auch die Alterungsprüfung.

Besuchen Sie FEV auf dem ACK und erfahren Sie mehr über die jüngsten Entwicklungen:
Eurogress Aachen, Erdgeschoss, Stand 04

Über FEV
Die FEV Gruppe mit Hauptsitz in Aachen, Deutschland, ist ein international anerkannter Dienstleister in der Fahrzeugentwicklung. Das Kompetenzspektrum von FEV umfasst Consulting, Entwicklung und Erprobung innovativer Fahrzeugkonzepte bis hin zur Serienreife. Neben der Motoren- und Getriebeentwicklung, der Fahrzeugintegration, der Kalibrierung und Homologation moderner Otto- und Dieselmotoren kommt der Entwicklung von hybriden und elektrifizierten Antriebssystemen sowie alternativen Kraftstoffen eine immer größer werdende Bedeutung zu. Hierbei ist auch die Weiterentwicklung elektronischer Steuerungen sowie die voranschreitende Vernetzung und Automatisierung von Fahrzeugen im Fokus der Experten.

Das Produktportfolio von „FEV Software und Testing Solutions“ vervollständigt dieses Angebot durch die Produktion moderner Prüfstandseinrichtungen und Messtechnik sowie Softwarelösungen, die zu einer effizienteren Entwicklung beitragen und signifikante Arbeitsschritte von der Straße in den Prüfstand oder gar in die Simulation verlegen.

Als global agierender Dienstleister bietet das Unternehmen seinen Kunden aus der Transportbranche diese Leistungen weltweit an. Die FEV Gruppe beschäftigt über 5600 hochqualifizierte Spezialisten in modernen, kundennahen Entwicklungszentren an mehr als 40 Standorten auf vier Kontinenten.