15. Mai 2019

FEV zeigt innovative Entwicklungslösungen auf dem Wiener Motorensymposium

Bild: 48 V-Achse für die Anwendung in leichten kommunalen Nutzfahrzeugen

Aachen/Wien, Mai 2019 – für die kommenden drei Tage ist Wien wieder die internationale „Motoren-Hauptstadt“. Zum inzwischen 40. Mal findet im Kongresszentrum Hofburg das Motorensymposium statt, auf dem die Automobilbranche ihre jüngsten Antriebsentwicklungen vorstellt. Der renommierte Entwicklungsdienstleister FEV wird vor Ort Mobilitätslösungen präsentieren, die im Hinblick auf die Erreichung der Klimaziele einen wesentlichen Beitrag leisten können. Die ausgestellten Exponate liefern den Besuchern Einblicke in die innovativen Technologien, die in Demonstratoren direkt vor Ort erlebbar sind.

Gesamtfahrzeugentwicklung aus einer Hand
„FEV hat sich zu einem Engineering-Dienstleister entwickelt, der die gesamte Bandbreite der Fahrzeugentwicklung aus einer Hand abdeckt. Vom Antrieb mit Getriebe über einzelne Antriebs- und Fahrzeugmodule bis hin zu ganzen Mobilitätskonzepten“, beschreibt Professor Stefan Pischinger, President & CEO der FEV Group, den Leistungsumfang des Aachener Unternehmens. Davon können sich Interessenten am Stand von FEV überzeugen. Es werden vor Ort zahlreiche Lösungen für effiziente Antriebe – konventionell und elektrifiziert – präsentiert. Aus dem Bereich Fahrzeugentwicklung informiert FEV über das voll elektrische Fahrzeugkonzept „SVEN“, welches als Turnkey-Projekt – zugeschnitten auf die spezifischen Anforderungen des Carsharings – für die share2drive GmbH entwickelt wurde. Dieses sehr innovative Fahrzeugkonzept bietet Carsharing-Anbietern durch eine hohe Individualisierbarkeit, Praktikabilität und Wirtschaftlichkeit einen deutlichen Mehrwert. Gleichzeitig erfüllt „SVEN“ die Bedürfnisse der urbanen, agilen und umweltbewussten Nutzer von Carsharing.

48 V-Antrieb für unterschiedliche Anwendungen

Als innovatives Antriebsmodul stellt FEV in Wien eine 48 V-Achse vor, die neue Anwendungsmöglichkeiten für die derzeit hauptsächlich in PKW genutzte 48 V-Technologie schafft. Konzipiert wurde die Achse für die Anwendung in leichten kommunalen Nutzfahrzeugen wie beispielsweise Kehrmaschinen oder kleinen Muldenkippern, um deren Emissionen in der Stadt auf null zu senken. Das Konzept von FEV ist dabei auf die Verwendung von am Markt erhältlichen Komponenten ausgelegt, um eine möglichst kostengünstige und schnell verfügbare Lösung anbieten zu können. Zudem ist die Achse einfach für verschiedene Anwendungen konfigurierbar, beispielsweise mit ein oder zwei Elektromaschinen, unterschiedlichen Übersetzungsverhältnissen und wahlweise auch mit Radbremsen. Der in die Elektromaschine integrierte Umrichter erfüllt ASIL (Automotive Safety Integrity Level) B. Insgesamt liefert die Einheit (mit zwei Elektromaschinen) ein maximales Achsdrehmoment von 1.500 Nm.

Effizienter Ottomotor
Im Kundenauftrag ist ein 1-Liter, 3-Zylinder Otto-DI-Motor entstanden, den FEV auf dem Motorensymposium als Produkt einer erfolgreichen Serienentwicklung präsentiert. Der „HONDA 1.0l VTEC Turbo“ ist das Ergebnis einer Kooperation mit HONDA R&D Co. Ltd., bei der FEV seine Expertise vom Konzept bis zur Serienfreigabe unter Beweis stellen konnte. Der 1-Liter Otto-Motor folgt dem Downsizing-Gedanken, was zu einer Verkleinerung des Motors bei gleichzeitiger Effizienzsteigerung führt. Das Ergebnis ist ein leistungsstarker und dabei sehr sparsamer Benzinmotor mit einem maximalen Drehmoment von 200 Nm. Er wird den heutigen strengen Anforderungen an Emissionen der Zielmärkte in China und Europa gerecht und wird aktuell im Honda Civic verbaut.

Zeitersparnis durch virtuelle Kalibrierung
Die Virtual Calibration Platform VCAP ist eine hocheffiziente, simulationsbasierte Kalibrierplattform, die einen signifikanten Anteil von bis zu 50 Prozent der anspruchsvollen ECU-Kalibrierung nach den Vorgaben von WLTC, WHTC und RDE auf virtuelle XiL-Prüfstände verlagert. Dadurch kann die Anzahl an realen Tests hinsichtlich Motor und Fahrzeug bei unterschiedlichsten Bedingungen wie Temperatur oder Höhe reduziert und so die Entwicklungszeit entscheidend verkürzt werden. Der besondere Vorteil von VCAP ist die spezielle Kooperationsumgebung, die den Test-Teams das Teilen und Bearbeiten der gleichen Modelle, Instrumente und variablen Konfigurationen ermöglicht. Die Modellgenauigkeit bleibt dabei von der MiL-Phase bis zur Validierung am Prüfstand identisch. Anwendungsgebiete von VCAP sind unter anderem die Teil- und Vollastkalibrierung unter normalen und Extrembedingungen (RDE), Emissionen-Kalibrierung, Kalibrierung des Abgasnachbehandlungssytems und OBD-Kalibrierung.

Der Stand von FEV auf dem Wiener Motorensymposium befindet sich im Erdgeschoss der Wiener Hofburg. Zusätzlich werden im Außenbereich mehrere Versuchsfahrzeuge (Demonstrator) mit unterschiedlichen Technologien des Entwicklungsdienstleisters präsentiert.

Über FEV
FEV ist ein international führender, unabhängiger Dienstleister in der Fahrzeug- und Antriebsentwicklung für Hardware und Software. Das Kompetenzspektrum umfasst die Entwicklung und Erprobung innovativer Lösungen bis hin zur Serienreife sowie angrenzenden Beratungsleistungen. Zum Leistungsumfang auf der Fahrzeugseite gehören die Auslegung von Karosserie und Fahrwerk, inklusive der Feinabstimmung der Gesamtfahrzeugattribute wie Fahrverhalten und NVH. Zudem werden bei FEV innovative Lichtsysteme und Lösungen zum autonomen Fahren sowie Connectivity entwickelt. Bei der Elektrifizierung von Antrieben entstehen leistungsfähige Batteriesysteme, e-Maschinen und Inverter. Darüber hinaus werden hocheffiziente Otto- und Dieselmotoren, Getriebe, EDUs sowie Brennstoffzellensysteme entwickelt und unter Berücksichtigung der Homologation ins Fahrzeug integriert. Ein weiterer Schwerpunkt sind alternative Kraftstoffe.

Das Leistungsangebot wird abgerundet durch maßgeschneiderte Prüfstände und Messtechnik sowie Softwarelösungen, durch die wesentliche Arbeitsschritte der oben genannten Entwicklungen effizient von der Straße in den Prüfstand oder in die Simulation verlegt werden können.

Die FEV Gruppe wächst kontinuierlich und beschäftigt aktuell 6700 hochqualifizierte Spezialisten in kundennahen Entwicklungszentren an mehr als 40 Standorten auf fünf Kontinenten.