20. Juni 2017

FEV präsentiert Lösungen für den effizienten Testcenter-Betrieb auf der Testing Expo 2017

Road-Rig-Desktop: Das modellbasierte, kollaborative Entwicklungs- und Validierungs-Framework der FEV kann selbst hochkomplexe Modelle in „Echtzeit auf dem Prüfstand ausführen (Quelle: FEV Group GmbH)

„Das Test Center für zukünftige Mobilität“: Unter diesem Motto steht der diesjährige Messeauftritt der FEV auf der Testing Expo in Stuttgart. Neben Lösungen für aktuelle Testverfahren wie Hardware- und Software-in-the-Loop, Road-to-Rig-to-Desktop oder RDE konzentriert FEV sich vor allem auf Mechanismen und Werkzeuge, die den Betrieb von Prüfeinrichtungen optimieren. Eine zentrale Rolle nimmt hierbei das kollaborative Framework ein, das dank seiner gezielten Kombination von Simulation und virtueller Kalibrierung bis zu 30 Prozent der anfallenden physischen Tests in der Entwicklung einspart. Zudem stehen die Experten an Messestand 1200 für Fachgespräche rund um das Testing von alternativen Antriebskonzepten und deren Komponenten wie E-Antrieben und Batterien zur Verfügung.
„Gerade neue Fahrzeugkonzepte mit immer größeren Anteilen an Software, Elektronik sowie zusätzlichen Antriebskomponenten lassen die Fülle der Entwicklungsaufgaben exponentiell steigen“, erklärt Professor Stefan Pischinger, President und CEO der FEV Group. „Zusätzlich müssen Prüfergebnisse immer genauer und in immer kürzerer Zeit generiert werden, während gleichzeitig der Kostendruck steigt. Diese sprichwörtliche Quadratur des Kreises kann nur durch fortschrittliche Testing Solutions und optimierte Prozesse erfolgreich gelingen.“

Road-Rig-Desktop
Das modellbasierte, kollaborative Entwicklungs- und Validierungs-Framework der FEV ersetzt dank seines disziplinübergreifenden Ansatzes umständliche und komplexe Methoden mit unterschiedlichen Techniken und Werkzeugen. Das Framework unterstützt den gesamten Entwicklungsprozess vom Design bis hin zur Validierung auf der Straße.
Die Co-Simulationsfähigkeit des Frameworks ermöglicht es, unterschiedliche Fahrzeug- und Motorenkomponenten darzustellen und ihre Interaktionen zu simulieren. Damit ist es ein wichtiges Werkzeug, beispielsweise für die Validierung neuer Hybrid-Antriebsstrangkonzepte.

Im Rahmen der Hardware-in-the-Loop-Phasen werden Echtzeitdaten und physische Komponenten zusammengeführt. Hierbei werden die physischen Komponenten mit simulierten Modellen von Fahrzeug, Fahrer und Straße kombiniert und somit in einer Umgebung validiert, die dem gesamten Fahrzeug und echten Fahrbedingungen stark ähnelt. Dabei kann das Framework selbst hochkomplexe Modelle in Echtzeit auf dem Prüfstand ausführen.

Effizienter Prüfbetrieb
Die Nutzung von Wissenskapital wird auch im täglichen Prüfbetrieb immer mehr zum Wettbewerbsvorteil. Nur durch gezielte Planung der verfügbaren Ressourcen kann ein Prüffeld zukunftsorientiert betrieben werden. Die Vernetzung von Informationen und Mitarbeitern ist hierbei der strategische Schlüssel. FEVFlex als zentrale Daten- und Informationsmanagement-Software leistet einen wichtigen Beitrag, indem es Mitarbeiter vernetzt und Informationen sowie Betriebsdaten bereitstellt und bewahrt. Eine automatisierte Reporting-Funktion mit allen wichtigen Parametern von Prüfstand, Prüfling etc. garantiert absolute Transparenz im Test- und Entwicklungsprozess.

Darüber hinaus hat FEV ein umfangreiches Effizienzprogramm erarbeitet, um die Profitabilität von Prüfständen zu optimieren. Kern dieser Service-Leistung ist die schrittweise Optimierung eines Prüfbetriebs in einem klar strukturierten Projektansatz mit sechs Themen-Clustern: Hierzu gehören die strategische Ausrichtung einzelner Prüffelder, die Analysen des bestehenden und zukünftigen Produktprogramms und die Bewertung der zukünftig benötigten Testkapazitäten. Des Weiteren gehören Anpassungen der Prüffeldorganisation, der benötigten Kern-Kompetenzen, der Prüfmethoden sowie der Tools und des Prüfequipments dazu. Vor allem auch die Prozesse innerhalb des Prüfbetriebs, beispielsweise die Prüffeldplanung, die Zusammensetzung und Arbeitsplanung in den Tag- und Nachtschichten, die Schichtübergaben etc. werden analysiert und optimiert.

Hochgenaue Messsysteme
Mit FEV-AirRate und BlowbyRate zeigt FEV darüber hinaus wirkungsvolle Werkzeuge für einen effizienten und hochgenauen Prüfstandsbetrieb: AirRate misst die Ansaugluftmenge im Motoransaugtrakt. Die optimierte und vollständig überarbeitete Version des AirRates hat einen sehr geringen Platzbedarf: Aufgrund des kompakten Designs ist die gesamte Messtechnik in nur einem Gehäuse untergebracht. Eine separate Verdrahtung von Messeinheit und Ausgabeeinheit entfällt. Besonderes Augenmerk wurde bei der Neuentwicklung auf ein übersichtliches, bedienerfreundliches User Interface mittels Touchscreen und einen geringen Wartungs- und Kalibrierungsaufwand gelegt.

FEV BlowByRate dient der einfachen Ermittlung des Zustands von Ventilführungen, Kolbenringen, Kolben und Zylinderwand. Durch Messung der Blow-By-Gasmenge, die über Undichtigkeiten – beispielsweise an Kolben, Kolbenringen und Ventilführungen – oder durch die Lager und Lagerdichtungen in das Kurbelgehäuse entweichen, bietet es Rückschlüsse auf mögliche Verschleißerscheinungen. Das FEV-BlowByRate zeichnet sich durch einen robusten, betriebssicheren Aufbau sowie genaue Blow-By-Messung aus – trotz der im Blow-By-Gas mitgeführten Verunreinigungen.

Über FEV
FEV ist ein international führender, unabhängiger Dienstleister in der Fahrzeug- und Antriebsentwicklung für Hardware und Software. Das Kompetenzspektrum umfasst die Entwicklung und Erprobung innovativer Lösungen bis hin zur Serienreifen sowie angrenzenden Beratungsleistungen. Zum Leistungsumfang auf der Fahrzeugseite gehören die Auslegung von Karosserie und Fahrwerk, inklusive der Feinabstimmung der Gesamtfahrzeugattribute wie Fahrverhalten und NVH. Zudem werden bei FEV innovative Lichtsysteme und Lösungen zum autonomen Fahren sowie Connectivity entwickelt. Bei der Elektrifizierung von Antrieben entstehen leistungsfähige Batteriesysteme, e-Maschinen und Inverter. Darüber hinaus werden hocheffiziente Otto- und Dieselmotoren, Getriebe, EDUs sowie Brennstoffzellensysteme entwickelt und unter Berücksichtigung der Homologation ins Fahrzeug integriert. Ein weiterer Schwerpunkt sind alternative Kraftstoffe.

Das Leistungsangebot wird abgerundet durch maßgeschneiderte Prüfstände und Messtechnik sowie Softwarelösungen, durch die wesentliche Arbeitsschritte der oben genannten Entwicklungen effizient von der Straße in den Prüfstand oder in die Simulation verlegt werden können.

Die FEV Gruppe wächst kontinuierlich und beschäftigt aktuell 6700 hochqualifizierte Spezialisten in kundennahen Entwicklungszentren an mehr als 40 Standorten auf fünf Kontinenten.